2 Tage mit einem Tesla Model S.. 2 Tage von Ladesäule zu Ladesäule in einem fahrenden Smartphone.


Was jetzt nicht unbedingt nach Spaß klingt, war ein 2 tägiger Einblick in die vermutliche Automobile Zukunft von Heute.

Okay.. Tesla sieht man schon überall. Aber mal ganz ehrlich, welches Auto strahlt mehr Zukunft aus als ein Tesla. Egal ob das Model S, 3 oder X ( SEX *hihi* Elon ist so witzig .. ) diese fahrenden Smartphones fallen einfach auf. Außer man steht bei einem Supercharger und wartet das man ein freies Ladekabel bekommt, dann dort treffen sich die Tesla Fahrer.

Aber wie kam es eigentlich dazu?

Long Story Short: Vor ein paar Jahren habe ich Mydays Gutscheine bekommen zu einem Erlebnis welches es anscheinend nie gab. Da die Gutscheine einen hohen Wert hatten habe ich mich entschieden sie für mehrere Erlebnisse einzusetzen, unter anderem 2 Tage Tesla Model S.

Der Gutschein gilt für die Autovermietung greenride. Sehr unkompliziert Buchung, Online einfach auswählen von wann bis wann und wo man den Tesla holt bzw. rück bringt. Und schon gehts ab.

Ich hatte den Gutschein für ein Model S 70D, 330 PS mit 300km Reichweite wobei 500 km inkl. waren. Laut Homepage zahlt man pro zusätzlichen Kilometer 1 Euro drauf, bei der Übergabe wurde das gleich revidiert, es herrsche ein Fairuse Prinzip sofern man es nicht übertreibe („ab 800-900 km fangen wir zu verrechnen an“).  Die Einweisung in das Fahrzeug ging schnell, die „Macken“ des über 200.000 km gefahrenen Mietwagen aufzuzeichnen dauerte fast länger. Hier eine kleine Schramme, hier eine kaputte Halterung, bei dem Kilometerstand eigentlich ganz normal.

Übergaben wurde mir der Tesla mit gut 90% Ladestand, das reicht für 300km. 

Der erste Stop

Kaum hatte ich Frau und Kinder in den Tesla verfrachtet, ging es schon Richtung Stegersbach den Trummer Fruchtsaft Bestand Zuhause aufstocken.

141km in eine Richtung, bei 300km Reichweite, ja eigentlich kein Problem. Wenn es doch nur so einfach wäre. Durch Temperaturen von 30°+ lief die Klimaanlage im Tesla die ganze Zeit während wir im Auto waren. Und wenn man schon mal so ein Smartphone auf Rädern hat, dann will man ja auch nicht dauernd mit dem Tempomaten fahren, somit keine optimale Ausgangsposition für hohe Reichweiten in einem „Stromer“.  Aber eh, es gibt doch nen Supercharger in Wiener Neustadt, den werden wir einfach bei der Rückfahrt besuchen. So der Plan…

In Stegersbach angekommen meinte der Tesla bereits das wir es nicht bis zum Supercharger in Wiener Neustadt schaffen werden.

Also ein kleiner Umweg über Graz zum Supercharger.. tja dieser Umweg ging über 2 Zwischenstops


Der zweite Stop .. GIB MIR MEIN KABEL WIEDER!

„Uii, anscheinend schaffen wir es nicht bis zum Supercharger in Graz“, also einen kleinen Zwischenstop eingelegt bei der E Tankstelle der H2O Therme. Gleich mal für das Service der Smatrics registriert, ganz easy per App. Pro Ladevorgang wird 1 Euro verrechnet und pro Minute 0,04 Euro. Okay, ein paar Kilometer reinladen um gemütlich den kostenlosen Supercharger in Graz zu erreichen. Soweit so gut, der Ladevorgang ging easy, dauerte nur EWIG weil diese Säule nur max. 11kw versorgt. Nach 25min, welche wir in der Sonne am Spielplatz verbracht haben, habe ich dann den Ladevorgang beendet. Der Tesla meinte sich soll doch noch die 5h abwarten bis die Batterie ausreichend geladen ist. Sicher nicht!

Also den Ladevorgang per Smatrics App beendet, Kabel aus dem Tesla gezogen, und schon hatte ich ein Problem. Die Ladesäule hat das Kabel einfach nicht freigegeben. Ein guter Sicherheitsmechanismus da der Tesla das Kabel sperrt und die Säule, somit kann niemand auf meine Kosten sein Fahrzeug laden (Als wäre jemand dort gewesen mit einem Elektro Auto).

Nach einigen Minuten versuchen und ziehen und was weiß ich was alles habe ich dann einfach mal die Hotline angerufen. „Ja uns ist unser Netzwerk ab gestürzt. Aber ich kann die Säule neu starten“, und so gings dann auch gleuch auf die Autobahn Richtung Graz. Mittlerweile hat schon der Hunger bei allen eingesetzt und so habe ich einen Zwischenstop im Murpark bei Graz eingeplant.

Der dritte Stop mit Gratis STROM

Natürlich war der Stop auch gleich als Test gesehen ob es hier wirklich Gratis Strom für Elektro Autos gibt, und es war wirklich so. Kabel raus, rein in die Steckdose und schon bekam der Tesla 22kW Lebenssaft in die Batterien, ohne Registrierung, ohne Zahlung ohne irgendwas. Einfach angesteckt und den i3 Fahrer verärgert welcher anscheinend nicht laden konnte an der Nachbarsäule.

Nach einem sehr guten Essen und einer Live Einlage einer Big Band im Einkaufszentrum gings eigentlich nach Hause. Obwohl, da war noch was, aja LADEN! die 22kW halfen nicht besonders viel. Also ab zum Supercharger in Graz, welche keine 5 Minuten entfernt war.


Der vierte & fünte Stop .. das erste mal am Supercharger

Die Supercharger findet man alle ganz einfach im Navi des Teslas, auch den Zutrittscode zum Rund um die Uhr begehbaren Warteraum mit Klima und WLAN findet man dort schön dokumentiert. Bei der Anfahrt zum Charger konnten wir gleich einige Leidgenossen kennen lernen da alle Charger belegt waren. Nach ein paar Minuten warten gings dann an die 66kW Ladesäule. 40Min.. 80% Akku.. und damit dann nach Wiener Neustadt wo wir vollladen würden.

Die Zeit verging wirklich schnell und so haben wir uns dann auch bald nach Wiener Neustadt aufgemacht um noch „schnell“ vollzuladen. Die Idee war einfach Morgen nicht nochmal laden zu müssen.

Ohne großen Aufwand und einigen Tempomat unterstützen Passagen, haben wir dann Wiener Neustadt erreicht und den Tesla auf (fast) 100% geladen. Die 40Min vergingen eigentlich ganz flott und dank der vielen Supercharger Plätze mussten wir auch überhaupt nicht warten oder so. Für die Kinder war das Abteuer „Laden“ voll im Gange und alles wurde genau hinterfragt und gestest im Tesla.  Für meine Frau war das Thema E-Auto gegessen.. „Das Laden nervt!“.

Und weiter gehts ..

In Wiener Neustadt war unser Trip natürlich noch nicht beendet, von dort gings dann noch zu einer kleinen Familien Vorführung des Teslas und dann endlich heim. Über 400km an einem Tag und einige Pausen waren auch genug für den erste Tag.

Der 2. Tag verging eher unspektakulär, eine kleine Ausfahrt nach Strasshof und dann auch schon die Rückgabe des Teslas an greenride am Supercharger in Wien.


Ja und wie war eigentlich das Auto an sich?

Also für mich ist ein klarer „WILL ICH HABEN“ Fall aufgetreten, jedoch muss man das ABER auch anführen.

Wäre da nicht der extrem hohe Preis des Model S und die wirklich nervige geringe Reichweite. Knappe 400km fahren und vorher 2h laden ist einfach nervig.

Das Auto an sich ist einfach ein fahrendes Smartphone. Überall verspielte Funktion wo man hin sieht oder hin greift. Der 3 geteilte LCD Tacho oder der 17“ Screen in der Mittelkonsole sind 2 der wohl auffälligsten Merkmale im Cockpit.

 

Die anderen Fahreigenschaften bemerkt dann jeder, egal ob technisch versiert oder nicht. Ein sanfter Tupfer aufs Gaspedal und der Tesla gibt Gas, steigt man als geübter Automatikfahrer dann in den nicht vorhanden Kickdown, gibt es ohne Verzögerung einen Tritt in den Rücken für alle Insassen.

Positiv kam auch der wirklich große (hintere) Kofferraum an. Ein richtiges Raumwunder. Jedoch ist die Mittelkonsole sehr sehr gewöhnungsbedürftig. Da kein Getriebe vorhanden ist, gibt es den gewohnten Getriebetunnel auch nicht. Wieso Tesla beim Model S hier nicht mitgedacht hat und das diesen Bereich für Ablagemöglichkeiten und z.B. Becherhalter genutzt hat ist für mich nicht verständlich. Offensichtlich haben die Designer aber den „Fehler“ eingesehen und beim Model 3 bereits mitgedacht.

Für mich ist die „Liebe“ zu Tesla noch nicht verflogen, aber ein Model S oder X würde ich mir zur Zeit nicht kaufen wollen. In Österreich fehlt einfach das Netz der hochperformanten Ladestationen und der Preis der Fahrzeuge ist einfach .. wie soll ich es nett ausdrücken? .. VERRÜCKT!

Trotzdem würden mich 1-2 Tage mit einem Model X und Model 3 interessieren um zu sehen wie sehr sich Tesla weiterentwickelt hat.